WDR 3 Konzert - 09.01.2020

WDR 3 Städtekonzerte in NRW - Neue Philharmonie Westfalen

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WDR 3 Konzert - 09.01.2020

WDR 3 Städtekonzerte in NRW - Neue Philharmonie Westfalen

Russisches Roulette heißt das Konzert mit Werken von Schostakowitsch, Kabalewski und Tschaikowsky: Es geht es um Schicksalsfragen und Musik, die unter lebensgefährlichen Umständen entstanden ist.

Neue Phiharmonie Westfalen, Pedro Malinowski / Neue Philharmonie Westfalen

Für Dmitri Schostakowitsch war das Komponieren in der Stalin-Diktatur lebensgefährlich. 1947 verlor er aus politischen Gründen seine Lehrämter an den Konservatorien in Moskau und Leningrad. So blieb denn auch sein erstes Violinkonzert sieben Jahre in der Schublade. Es wurde erst nach Stalins Tod von David Oistrach uraufgeführt, dem Schostakowitsch das Werk auch gewidmet hat. Dmitri Kabalewski war als Funktionär Teil des Sowjetapparates. Sicher konnte sich aber niemand in diesem System sein. Die Neue Philharmonie Westfalen eröffnet das Konzert mit Kabalewskis brillanter „Ouverture pathétique“. In ganz anderer Weise steht das Ringen um Leben und Tod im Hintergrund der 4. Sinfonie von Peter Tschaikowsky. Er schrieb das Werk nach einem Selbstmordversuch. Die wuchtige Fanfare, mit der die berühmte Sinfonie anhebt, hat er selbst gedeutet als „verhängnisvolle Macht, die unser Streben nach Glück verhindert“.

Dmitri Kabalewski
„Ouverture Pathétique“

Dmitri Schostakowitsch

Konzert für Violine und Orchester Nr. 1 a-Moll op. 77

Peter Tschaikowsky
Sinfonie Nr. 4 f-Moll op. 36

Jiří Vodička, Violine
Neue Philharmonie Westfalen
Leitung: Alexander Kalajdzic

Aufnahme vom 9. Dezember 2019 im Theater im Revier, Gelsenkirchen

Moderation: Claudia Belemann
Redaktion: Frank Hilberg