WDR 3 Konzert - 22.11.2018

Tage Alter Musik in Herne 2018: Todsünden – Neid

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WDR 3 Konzert - 22.11.2018

Tage Alter Musik in Herne 2018: Todsünden – Neid

Dresdner Künstlerduelle: Die Künstler dieses Konzerts lassen dramatische Fehden im Haifischbecken der Dresdner Violin- und Klaviervirtuosen des 18. Jahrhunderts lebendig werden.

Leila Schayegh, Mona Lisa Fiedler

1722 stürzt sich der italienische Violinstar Francesco Maria Veracini aus dem zweiten Stock seiner Dresdner Wohnung. Danach wird er für immer hinken. Der Neid deutscher Kapellkollegen habe ihn zu dem Sprung getrieben, deutet er Jahre später an. Vermutlich meint er damit den inzwischen zum kursächsischen Konzertmeister avancierten Johann Georg Pisendel. Auch dessen Vorgänger Jean-Baptiste Volumier hatte Ärger mit den Kollegen: Er scheint schon fünf Jahre zuvor den damaligen Weimarer Amtskollegen Johann Sebastian Bach zu Hilfe gerufen, um dem allzu großen Selbstbewusstsein des in Dresden gastierenden Clavecinisten Louis Marchand einen Dämpfer zu versetzen. In Herne ist zu hören, was all die Streithähne an Wesentlichem hinterlassen haben: ihre Musik.

Louis Marchand
Prelude / Courante I-II / Sarabande / Chaconne, aus "Pièces de clavecin, Livre 1"

Johann Sebastian Bach
Chromatische Fantasie und Fuge, BWV 903 für Cembalo

Johann Georg Pisendel
Sonate e-Moll für Violine und Basso continuo

Francesco Maria Veracini
Sonate g-Moll, op. 2,5 für Violine und Basso continuo

Johann Sebastian Bach
Sonate G-Dur, BWV 1038 für 2 Violinen und Basso continuo

Antonio Vivaldi
Sonate d-Moll, op. 1,12 für 2 Violinen und Basso continuo "La Follia"

Evgeny Sviridov, Violine; Stanislav Gres, Cembalo
Leila Schayegh, Violine; Johannes Keller, Cembalo

Aufnahme vom 10. November 2018 aus der Kreuzkirche, Herne


Redaktion: Richard Lorber