WDR 3 Konzert - 08.02.2018

Alte Musik in NRW - Bach bearbeitet

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WDR 3 Konzert - 08.02.2018

Alte Musik in NRW - Bach bearbeitet

Bearbeiter wird zum Bearbeiteten und umgekehrt: In diesem Cembalokonzert kreisen alle Werke dabei ausnahmslos um einen Namen: Johann Sebastian Bach.

Christian Rieger, Johannes Ritter

Im Concerto D-dur BWV 972 übernimmt Johann Sebastian Bach taktgenau die Form eines Vivaldi-Concertos. In den drei Fugen BWV 946, 950 und 951 entwickelt er dann aus Themen von Tomaso Albinoni neue kontrapunktische Geflechte. Aus Bachs Bearbeitungen spricht immer auch persönliche Wertschätzung für die Komponistenkollegen. Zu dem Hamburger Katharinen-Organisten Johann Adam Reincken ist Bach in Teenager-Jahren sogar hingepilgert. Die expressive Melodik der Solowerke für Violine hat schon zu Bachs Lebzeiten Bearbeiter herausgefordert. Ein Schüler Bachs, Johann Friedrich Agricola, berichtet außerdem, dass Bach sie selbst auf dem Clavichord gespielt und Harmonien hinzugefügt habe, „wie er dazu nötig befand“.

Johann Sebastian Bach
Concerto D-dur, BWV 972, nach dem Concerto D-dur, op. 3,9 von Antonio
Vivaldi / 3 Fugen, BWV 946, 950 und 951 über Themen aus den Sonaten op.
1 von Tomaso Albinoni / Sonate d-moll, BWV 964, nach der Sonate a-moll,
BWV 1003 für Violine solo, bearbeitet von Wilhelm Friedemann Bach /
Sonate a-moll, BWV 965, nach der Sonata prima aus dem "Hortus musicus"
von Johann Adam Reincken / Partita D-dur, nach der Partita E-dur, BWV
1006 für Violine solo, bearbeitet von Christian Rieger

Christian Rieger, Cembalo

Aufnahme aus dem Museum Schnütgen, Köln

Moderation: Sabine Weber
Redaktion: Richard Lorber