WDR 3 Konzert - 02.09.2017

Live: 70 Jahre WDR Sinfonieorchester

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WDR 3 Konzert - 02.09.2017

Live: 70 Jahre WDR Sinfonieorchester

Seit 70 Jahren spielt das WDR Sinfonieorchester, und seit 70 Jahren sind seine Konzerte im Radio zu hören. WDR 3 feierte das mit einem Gala-Geburtstagskonzert und Werken, die Orchester- und Radiogeschichte geschrieben haben. Das Konzert zum Nachhören im WDR 3 Konzertplayer.

WSO Köln - Jukka-Pekka Saraste dirigiert , wdr

Mit der Bläsersinfonie von Igor Strawinskij wurde einst der Große Sendesaal im Funkhaus eingeweiht. Igor Strawinskij dirigierte des WDR Sinfonieorchester damals. Am 8. Oktober 1951, höchst persönlich – und das, nachdem er 15 Jahre lang nicht in Deutschland aufgetreten war. Die 9. Sinfonie von Dmitri Schostakowitsch spielte das Orchester erstmals im Jahr 1954 – damals ebenso ein Stück zeitgenössische Musik, das Werk war noch nicht zehn Jahre alt. Bernd Alois Zimmermann ist ein Komponist, dem das Orchester und der WDR besonders verbunden waren; Der Kabarettist Fritz Eckenga wird die vom Komponisten gewünschten Couplets zwischen den Sätzen des "Roi Ubu" beisteuern. Mit einer Uraufführung von Johannes Schöllhorn blickt das Orchester in die Zukunft.

Igor Strawinskij
Sinfonien für Bläser

Bernd Alois Zimmermann
"
Musique pour les souoers du Roi Ubu"

Dmitri Schostakowitsch
Sinfonie Nr. 9 op. 70

Johannes Schöllhorn
"Encore"
Uraufführung der Orchesterfassung             

Fritz Eckenga, Text und Sprecher
WDR Sinfonieorchester
Leitung: Jukka-Pekka Saraste                                  

Live aus dem WDR Funkhaus Köln

Moderation: Wibke Gerking
Redaktion: Siegwald Bütow

70 Jahre WDR Sinfonieorchester

Am 18. September 1964 dirigierte der 35jährige Christoph von Dohnányi sein Antrittskonzert als erster Chefdirigent des WDR Sinfonieorchesters. Bis 1969 hatte er diese Position inne. Ein Höhepunkt seiner Amtszeit: Artur Rubinstein trat 1966 erstmals wieder mit einem deutschen Orchester auf.

Von 1970 bis 1974 übernahm Zdeněk Mácal den Posten des Chefdirigenten beim WDR. Seine Vorliebe galt dem slawischen Repertoire und der klassischen Moderne. Voller Herzblut arbeitete er mehr Tage im Jahr mit dem Orchester als sein Vorgänger Christoph von Dohnányi.

Im Jahre 1977 übernahm der in Tokio geborene Hiroshi Wakasugi die Führung des heutigen WDR Sinfonieorchesters. Mit seinen Programmen wollte er Brücken schlagen zwischen den Liebhabern des klassisch-romantischen Repertoires und den Freunden der Avantgarde-Musik.

Sein Pochen auf Disziplin und seine harte Probenarbeit machten das WDR Sinfonieorchester zu einem international renommierten Klangkörper. Gary Bertini (1983-1991), der vierte Dirigent des Orchesters, bevorzugte vor allem die Sinfonien Gustav Mahlers.

Im Jahre 1991 ging der Taktstock an den Niederländer Hans Vonk. Die Arbeit des fünften Orchesterchefs war weniger von großen Emotionen geprägt. Er verstand es vielmehr, die aussagekräftigen Strukturen eines Werks herauszuarbeiten.

Semyon Bychkov von 1997 bis 2010 der sechste Chefdirigent des WDR Sinfonieorchesters. Mit Werken von Dmitrij Schostakowitsch, Richard Strauss, Sergej Rachmaninow, Giuseppe Verdi und Richard Wagner sorgten er und das Orchester daheim und auf Tournee für Begeisterung.

Seit Beginn der Saison 2010/2011 ist Jukka-Pekka Saraste der siebte Chefdirigent des WDR Sinfonieorchesters. Der finnische Maestro rückte die Musik seines Landsmannes Jean Sibelius stärker in den Fokus und brachte einen gefeierten Brahms-Zyklus aufs Podium.

Der große Sendesaal (Klaus-von-Bismarck-Saal) im Kölner Funkhaus ist die Heimat aller WDR Klangkörper. Am 8. Oktober 1951 dirigierte Igor Strawinsky das ehemalige Kölner Rundfunk-Sinfonie-Orchester beim Eröffnungskonzert.